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Das ist Rotary! Service above self - Selbstloses Dienen

 

„Selbstloses Dienen“ ist der Wahlspruch der rund 1,2 Millionen Rotarier in aller Welt, die sich in etwa 32.000 Clubs in 166 Ländern zusammengeschlossen haben. Sie bilden eine weltanschaulich nicht gebundene, überparteiliche Vereinigung von Frauen und Männern, die sich über alle Grenzen hinweg für humanitäre Hilfe und Völkerverständigung einsetzen. Rotarier haben sich in ihrem privaten, beruflichen und öffentlichen Wirken zu Redlichkeit, Toleranz und sozialer Hilfsbereitschaft verpflichtet. In Deutschland bekennen sich 49.500 Rotarier und Rotarierinnen in 967 Clubs zu diesen Werten. Dachorganisation aller Clubs ist Rotary International mit Sitz in Evanston, Illinois, USA.

 

In den Clubs treffen sich die Mitglieder einmal in der Woche zur Pflege der Freundschaft, zu Vorträgen und zur Planung von Hilfsprojekten - zu Hause und weltweit. Ob Kleidersammlung für Obdachlose oder PolioPlus, die internationale Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung: Rotarier sind überall dort zu finden, wo Misstände engagiertes Eingreifen erfordern. Alle Aktivitäten folgen dem Ziel, weltweit menschenwürdige Lebensbedingungen zu schaffen und damit Völkerverständigung und Frieden zu fördern. Rotary ist keine geschlossene Organisation, sondern Teil der Gesellschaft. Der Dienst für das Gemeinwesen steht im Mittelpunkt der Bemühungen der Rotary Clubs, in denen sich Menschen aus allen Berufs- und Gesellschaftsgruppen zusammenfinden. Die Aufnahme bei Rotary erfolgt auf Empfehlung der Mitglieder.

 

 

Geschichte
Rotary wurde am 23. Februar 1905 durch den amerikanischen Rechtsanwalt Paul Harris ins Leben gerufen. Mit drei Freunden gründete er in Chicago eine clubähnliche Vereinigung, die sich -rotierend- wöchentlich im Büro eines der Mitglieder traf. Alle vier Männer, die an der Gründung des ersten Clubs beteiligt waren hatten verschiedene Berufe. Daraus entwickelte sich die feste Regel, aus jedem Berufszweig stets nur ein Mitglied aufzunehmen. Begünstigt war die Gründung dadurch, dass jeder dieser Männer sich in dieser Großstadt einsam fühlte und Freunde suchte. Darüber hinaus setzten sich die Gründer das Ziel, inmitten des verwilderten geschäftlichen Treibens der schnell gewachsenen Millionenstadt Fairness durch eigene persönliche Haltung wieder zur Geltung zu bringen. Dieses Ziel und die gewählte Organisationsform für den Club, der sich dann mit dem Wachstum regelmäßig in einem Clublokal traf, setzten sich rasch auch in anderen amerikanischen Städten durch. Bis 1910 war die Anzahl der Clubs in den USA bereits auf 16 angewachsen, was zur Gründung eines nationalen Verbandes führte. Als Emblem Rotarys wurde das Zahnrad gewählt.

 

Im selben Jahr wurde Rotary mit der Gründung des RC Winnipeg in Kanada international, bis 1921 war der Club auf sechs Kontinenten präsent. Als Folge wurde 1922 der Name Rotary International angenommen. Der erste Rotary Club in Europa wurde 1911 in Dublin gegründet. Die ersten Clubs im deutschsprachigen Raum waren Zürich (1924) und Wien (1925). In Deutschland wurde der erste Club 1927 in Hamburg durch den Rotary Club San Francisco, der zweite Club in Frankfurt/M. vom Rotary Club Chicago gegründet. 1929 vereinigten sich die deutschen und österreichischen Clubs zum ehemaligen 73. Distrikt.

 

1938/39 lösten sich die deutschen und österreichischen Rotary Clubs unter dem Druck der nationalsozialistischen Behörden selbst auf. Nach dem 2. Weltkrieg nahm der Rotary Club Frankfurt/M. als erster Rotary Club der Bundesrepublik Deutschland 1949 seine Tätigkeit wieder auf. Pastgovenor Robert Hausmann hatte sich für diese Wiedergründung besonders eingesetzt.

 

Heute zählt Rotary International weltweit in 166 Ländern, aufgeteilt in 529 Distrikte, etwa 32.000 Clubs mit mehr als 1,2 Millionen Mitgliedern. (Stand 2010)

 

Ziele
Paul Harris und seine Freunde hatten Freundschaft und Fairness im geschäftlichen und persönlichen Leben von den Mitgliedern eines Rotary-Clubs gefordert. Diese so einfach formulierten Ziele für Rotary haben eine erstaunliche Ausstrahlungs- und Lebenskraft bewiesen. Sie haben sich mit der Ausdehnung von Rotary International weiterentwickelt, doch sind die grundlegenden rotarischen Forderungen im wesentlichen gleich geblieben:

  • Freundschaft
  • Fairness
  • Dienstbereitschaft
  • Toleranz

 

Rotary sucht diesen Zielen auf folgende Weise näher zu kommen:

  1. Durch Pflege der Freundschaft;
  2. Durch Befolgung ethischer Grundsätze im Privat- und Berufsleben;
  3. Durch Betätigung für die Allgemeinheit;
  4. Durch persönlichen Einsatz für Frieden und Verständigung unter den Völkern.

 

Zu den Tätigkeitsschwerpunkten von Rotary gehören die Polio Plus-Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung sowie das weltweit größte private Programm für den internationalen Jugendaustausch. Rotary stellt jedes Jahr beträchtliche Mittel zur Verfügung. Die deutschen Clubs beispielsweise für das Jahr 1999/2000 rund 31,7 Millionen Mark, von denen knapp 23 Millionen Mark für Projekte der einzelnen Clubs aufgebracht wurden. Rund 3,5 Millionen Mark wurden für Zwecke der Stiftung Rotary Foundation aufgebracht. Mit weiteren 5,2 Millionen Mark sind Sachleistungen und Arbeitseinsätze veranschlagt, die Rotarier an Ort und Stelle zugunsten sozialer und anderer Projekte geleistet haben.

 

Organisation
Die rotarische Welt teilt sich in 34 Zonen und 530 Distrikte, in denen jeweils ca. 50 Clubs zusammengefasst sind. In Deutschland gibt es 14 Distrikte mit 975 Clubs und rund 49.500 Rotarier. An der Spitze eines Distrikts steht der jeweils für ein Jahr gewählte Governor, der während seiner Amtszeit Mitglied im Deutschen Governorrat ist, dem höchsten koordinierenden Gremium von Rotary Deutschland.

 

Rotary ist nach Prinzipien organisiert, die einer Zielsetzung entsprechen. Jährlicher Wechsel wichtiger Ämter bewahrt vor Erstarrung und fördert jeweils neue Initiativen. Das Fundament Rotarys sind die einzelnen Clubs, die in der gesamten Welt nach gleichen Regeln aufgebaut und den gleichen rotarischen Grundsätzen verpflichtet sind. Der einzelne Club soll aus mindestens 20 Mitgliedern bestehen. Jeweils 40 bis 60 Rotary Clubs werden zu einem Distrikt zusammengefasst, der von einem für dieses Amt vorbereiteten, jährlich wechselnden Governor aus einem der Clubs des jeweiligen Distrikts geleitet wird. Weltweit gibt es im Moment 529 Distrikte.

 

Durch Clubbesuche und Monatsbriefe hält der Govenor Kontakt mit den einzelnen Clubs seines Distrikts und vermittelt die Zielvorstellungen von Rotary International. Die jährlich stattfindenden Distriktskonferenzen vereinigen die Rotarier eines jeden Distrikts. Oberstes Organ von Rotary Intenational ist der Jahreskongress, die so genannte Convention, die an wechselnden Plätzen der Welt stattfindet und auf der die Internationalität von Rotary ihren sichtbaren Ausdruck findet.

 

Rotary International wird von einem Zentralvorstand, dem Board, geleitet, der aus dem Jahrespräsidenten, dem Präsidenten des folgenden Jahres, den Vizepräsidenten und Direktoren besteht. Ein Generalsekretär und ein Zentralbüro mit Sitz in Evanston führen die eigentliche Verwaltungsarbeit aus. Das Sekretariat von Rotary International unterhält in Zürich ein Büro, das den in Kontinentaleuropa, Nordafrika und dem östlichen Mittelmeergebiet (CENAEM) gelegenen Rotary Clubs zur Verfügung steht. Die offizielle Monatszeitschrift in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich ist “Der Rotarier”.

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