Clubbasis

 

Die Zelle des rotarischen Lebens ist der einzelne Club, der von einem jährlich aus dem Mitgliederkreis gewählten Präsidenten geleitet wird. Ihm stehen ein Vizepräsident und weitere Vorstandsmitglieder mit jeweils besonderen Aufgaben zur Seite. Ihre Amtszeit dauert ein Jahr und läuft, entsprechend dem offiziellen Rotary-Jahr, vom 1. Juli bis 30. Juni.

 

Es ist die Aufgabe des Club-Präsidenten, das Clubleben bei Veranstaltungen, besonders bei den wöchentlichen Begegnungen der Mitglieder, auf die Ziele Rotarys hin auszurichten. Ihm helfen hierbei die für die einzelnen Dienstbereiche eingesetzten Vorstandsmitglieder sowie Ausschüsse für bestimmte Sachgebiete. Der Vizepräsident - im allgemeinen der designierte Präsident des folgenden Rotary-Jahres - vertritt ihn. Der Sekretär erledigt den Schriftverkehr und stellt den Wochenbericht mit der Niederschrift über das wöchentliche Treffen zusammen, den jedes Mitglied erhält. Der Schatzmeister verwaltet die Kasse. Der Clubmeister ist verantwortlich für die Clubveranstaltungen, der Vortragswart für die Vorträge, die bei den Zusammenkünften gehalten werden.  Vorträge von Rotariern oder Gästen sind ein wesentlicher Bestandteil des Clublebens.

 

Dem Präsidenten stehen außerdem folgende Vorstandsmitglieder zur Seite:

 

  • Vorstandsmitglied für den Clubdienst
  • Vorstandsmitglied für den Berufsdienst
  • Vorstandsmitglied für den Gemeindienst
  • Vorstandsmitglied für den internationalen Dienst
  • Vorstandsmitglied für ROTARACT
  • Vorstandsmitglied für das Internet
  • Vorstandsmitglied für den Jugenddienst
  • Vorstandsmitglied für die Öffentlichkeitsarbeit

 

Jeder Rotary Club ist innerhalb der großen internationalen Organisation autonom.

 

Einem Rotary Club kann niemand von sich aus beitreten. Die Aufnahme erfolgt auf Vorschlag von Mitgliedern. Es gilt also das Prinzip der Auswahl. Eine Fundamentalregel von Rotary ist, daß in einem Club jede Berufsklasse grundsätzlich nur durch ein Mitglied vertreten sein kann. Dieses Klassifikationsprinzip hat den Zweck, Menschen verschiedener Berufszweige zusammenzuführen, vermittelt Informations- und Erfahrungsaustausch und vermeidet Einseitigkeit.

 

Die Clubmitglieder kommen wöchentlich einmal an einem bestimmten Tage beim Mittag- oder Abendessen zusammen. Der Zusammenhalt der rotarischen Gemeinschaft beruht nicht zuletzt auf der Pflicht jedes Rotary-Mitgliedes, an wenigstens 60% der Clubveranstaltungen teilzunehmen. Diese Präsenzpflicht kann - z.B. auf Reisen - bei jedem Rotary Club der Welt wahrgenommen werden. Die Präsenzregeln dienen dem Zweck, eine aktive rotarische Gemeinschaft zu bilden.

 

 

Zentrale Aufgaben

 

Das Clubleben ist - bei einheitlichem Organisationsprinzip - in den einzelnen Clubs verschieden. Landsmannschaftliche Eigenart und Temperament der Mitglieder, Großstadt oder ländliche Kleinstadt oder Dorf, Ausstrahlungskraft einzelner Persönlichkeiten und Altersstruktur sind nur einige Faktoren, die das Clubleben bestimmen. Entscheidend ist immer das Engagement des einzelnen dafür, inwieweit er den Club bereichert und er durch den Club bereichert wird. Mitgliedschaft in eeinem Rotary Club bedeutet, sich um Verständnis zu bemühen für die anderen Clubmitglieder, bedeutet, Freudschaft mit ihnen zu pflegen, mitzuarbeiten an den vom Club ausgearbeiteten Programmen sowie Vortrags- und sonstigen Veranstaltungen, Besuch der Zusammenkünfte anderer Clubs, Teilnahme an Städtetreffen, Distrikts- und anderen überörtlichen Veranstaltungen. Dieser rotarische Dienstberich wird "Clubdienst" genannt.

 

Der Berufsdienst fordert, den ethischen Standort in der Berufspraxis zu betonen. Dem sich daraus ergebenden natürlichen Spannungszustand soll sich der Rotarier bewußt stellen. Dazu ist fast dauernd Gelegenheit im Spannungsfeld und im Wettbewerb des täglichen Lebens, etwa im Verhältnis Arbeitgeber-Arbeitnehmer, Vorgesetzter-Untergebener, Arzt-Patient, Lehrer-Schüler, in einem Berufsverband oder in der Öffentlichkeitsarbeit - praktisch in fast jeder beruflichen Tätigkeit eines Rotariers. Hier Fairneß zu üben ist nicht immer eionfach und doch Gebot.

 

Der Bereich des Gemeindienstes lenkt den Rotarier auf seine Bürgerpflichten. Er soll in seinem Gemeinwesen verantwortlich mitwirken, seine persönlichen Fähigkeiten und beruflichen Möglichkeiten einsetzen iúnd zum Austausch von Erfahrungen und Ideen und zum Dienst an seinem Gemeinwesen, in dem er lebt, bereit sein.

 

Im internationalen Dienst verwirklicht sich die Internationalität Rotarys. Auf diesem Feld geht es zwar auch um hilfsberites Tätigwerden in Notgebieten, vor allem dort, wo andere Hilfe nicht hinkommt oder nicht genügt - etwa in der Dritten Welt oder in Kathastrophengebieten, wobei zuweilen die Größe des Problems eine Aktion mehrerer Clubs gemeinsam oder des ganzen Distrikts erforderlich macht. Wichtiger aber ist die Anknüpfung internationaler Beziehungen mit Rotariern verschiedener Nationalitäten, Rassen und Religionen sowie der Auf- und Ausbau solcher Beziehungen zwischen Rotary Clubs oder gar Distrikten verschiedener Länder. Ein besonderer Beitrag zur internationalen Verständigung ist der Abschluß eines Freundschafts- ("Kontakt"-) Verhältnisses mit einem ausländischen Club, das zu regelmäßigen Begegnungen und zum Austqausch von Jugendlichen rotarischer oder auch nicht rotarischer Familien zu führen pflegt.

 

Ein besonderes Anliegen eines jeden Rotary Clubs ist das Gespräch mit der Jugend und womöglich die Förderung junger Menschen. Hier werden vielfache Initiativen entwickelt, wie die Beteiligung Jugendlicher an rotarischen Veranstaltungen, die Einrichtung von Gesprächskreisen, in denen Rotarier mit Jugendlichen aktuelle Probleme diskutieren, die Beratung und Unterstützung von jugendlichen Schulabgängern bei der Berufswahl und schließlich die Entsendung von Jugendlichen zu ausländischen Rotariern, Clubs oder Distrikten. Interact Clubs (für Schüler und Schülerinnen) sowie Roteract Clubs (für 18-28jährige Berufstätige oder Studierende) sollen junge Leute zum selbstständigen Handeln in einer freundschaftlichen Gruppe heranführen.

 

Im internationalen Bereich haben sich die Rotary Clubs der Völkerverständigung gerade durch die Jugend angenommen. Begegnungen von jungen Menschen (gemeinsame LAger und Rundreisen in Europa, Ferien- und langfristiger Schüleraustausch über Kontinente hinweg) sollen das Verstehen fördern und Spannungen und Vorurteile abbauen.

 

Ein rotarisches Unternehmen von besonderer Bedeutung ist die Rotary Foundation. Sie wird durch jährliche Beitragsleistungen eines jeden einzelnen Rotariers finanziert. NAch Höhe des Jahresdurchschnittsaufkommens je Rotarier in seinem Distrikt bestimmt sich jährlich die Zahl der Stipendiaten, die der Distrikt aus der Zahl der jugendlichen Anwärter auswählen kann. Durch die Rotary Foundation läßt Rotary jährlich etwa 800 Studenten, die nicht Kinder von Rotariern sicnd, an den verschiedensten Universitäten der Welt studieren, um auch auf diesem Wege zur Völkerverständigung beizutragen.

 

Rotary, im nationalen wie im internationalen Bereich engagiert, wird damit naturgemäß auch mit politischen Problemen konfrontiert. Rotary selbst macht keine Politik. Bei der Vielfalt seiner Mitglieder gibt es unterschiedliche Standpunkte unter den Rotariern; diese werden offen ausgesprochen und im Geiste der Freundschaft und Toleranz respektiert.