19.06.2018 11:11 Alter: 151 days
Von: Dirk Möwius

Distriktkonferenz 1870

Distriktkonferenz in Mülheim: Ralf Esser leitet Distrikt 1870 als Governor


Ein Tag mit Freunden

Jazz, Klassik, Beatbox und eine hochaktuelle Festrede: Von einem bunten Programm wurde der Ämterwechsel im Distrikt 1870 bei der Distriktkonferenz in der Mülheimer Stadthalle begleitet. Der neue Governor Ralf Esser setzt wie sein Vorgänger Raymond Metz auf die Stafette  in der Leitung und sieht den Distrikt als Dienstleister für die Clubs.

 

Governor Raymond Metz standen die Tränen in den Augen, die Stimme wollte nicht mehr richtig.  Aber nicht, weil er sich von seinem Amt verabschiedet. Der eindrucksvolle Aufmarsch der Inbounds und Outbounds, die Erinnerungen an die Teilnahme des eigenen Sohnes beim Jugendaustausch, das bewegte den scheidenden Governor bei der Distriktkonferenz in der Mülheimer Stadthalle sehr. „Ein Austauschjahr sind nicht einfach Ferien, es ist ein neues Leben“, bestätigten auch die Sprecher der jungen Gäste von Rotary. Der Jugendaustausch als Programm für Völkerverständigung und Frieden  das war zudem die perfekte Antwort Rotary auf den Festvertrag von Prof. Michael Stürmer. Der hatte zuvor unter dem Titel „Welt ohne Weltordnung“ deutlich gemacht, dass es eine historische Wende in der Weltpolitik gibt - mit noch unabsehbaren Folgen.

So bunt wie das Bild der Austauschschüler auf der Bühne war auch das gesamte Programm der vom RC Mülheim a. d. Ruhr-Schloss Broich perfekt organisierten Veranstaltung. Das musikalische Spektrum reichte vom Jazz des „Triobravo“ über Klassik des Bläserquintettes Camera Obscura bis zu Beatbox. Damit konnten viele der Gäste zunächst nichts anfangen, aber Chezame aus Berlin zeigte dem staunenden Publikum, welche Klänge und Töne er allein mit seinem Mundwerk produzieren kann. So gab es ein fröhliches Finale vor dem Mittagessen.

Distrikt-Sekretär Hanns-Peter Windfeder, der gekonnt durch das Programm führte, hatte einen spannenden Tag mit Freunden versprochen  -  unbelastet von trockenen Formalien. Da passte es auch, dass Ralf Esser, nachdem er Nadel und Amtskette von Raymond Metz überreicht bekommen hatte, mit Blick auf die Uhr auf seine vorbereitet Rede verzichtete. Seinem Vorgänger wie seinen Nachfolgern, Governor elect 2019/20 Joachim Schroeter und Governor nominee 2020/21 Bernd Brambring, versprach er, den gemeinsamen Weg weiter zu gehen. „Wir werden diesen Distrikt zu einem anderen machen, als er bisher war.“ Dazu gehöre für ihn als Governor auf Augenhöhe, mit dem Team als Stafette zu denken und nicht nur  das eigene Jahr zu sehen.  Aufgabe des Distrikts sei, mit der eigenen Kompetenz den Clubs zu dienen. Die Clubs jedoch seien das Fundament von Rotary.

Raymond Metz hatte in seiner Rückschau betont, man habe den Distrikt erfolgreich  neu aufgestellt. Man habe sich „verschlankt“, baue auf ein schlagkräftiges Team und habe die Assistant-Distrikt-Govenors (ADG) gestärkt. Als letzte offizielle Amtshandlung führte er  noch eine Reihe von Ehrungen durch. Für Alois Servaty als Dank für die Akademie „Rotary weiter denken“ den PHF mit fünf Saphiren, für Hans Pixa (Metz: „Für mich ist er  unser Richelieu, der im Hintergrund die Fäden in der Hand hält“) den PHF mit vier Saphiren, für Martin ten Winkel und seinen leidenschaftlichen Einsatz für die Foundation den PHF mit fünf Saphiren, für Gerd George und seinem Einsatz im Berufsdienst den PHF mit zwei Saphiren und für Peter Schaap und seinen Einsatz für den Jugenddienst den PHF mit drei Saphiren. Distrikt-Sekretär Hanns-Peter Windfeder dankte er mit dem PHF und einem Saphir. Aber auch Metz ging nicht mit leeren Händen aus der Stadthalle. Ralf Esser schenkte ihm einen Gutschein für einen einstündigen Rundflug, damit er den gesamten Distrikt auch einmal von oben sehen kann.

Was Rotary alles leisten kann, das hatten zu Beginn des Tages beispielhaft zwei Best-Practice-Beispiele gezeigt. Joachim Heimbach, Präsident des RC Neuss, berichtete ergreifend von der Rekonstruktion des Carillon in der Abteikirche in Leuven (Belgien). Der besondere Hintergrund: Es waren Reservisiten aus Neuss, die im Ersten Weltkrieg die vollständige Zerstörung der Stadt ausgelöst hatten. Nun tragen im Turmglockenspiele die beiden großen Glocken die Namen der Städte Leuven und Neuss, eine der kleineren Glocken ist mit den Namen der beiden Rotary-Club versehen. Am 11. November soll das Glockenspiel erstmals wieder erklingen. Jürgen Schmitz (RC Kempen-Krefeld) berichtet anhand eines Straßenprojekts in Sao Paulo, welch langen Weg man für Global Grants gehen muss, wie intensive Vorbereitung nötig sind  - und wo die Fallstricke lauern.